Lokale Bündnisse für Familie


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Veranstaltung, 06.02.2013

Das Hanauer Bündnis diskutiert: Flexible Arbeitswelt – Flexible Familien?

Der demografische Wandel erschwert es Unternehmen schon heute, geeignete Fachkräfte zu finden. Gleichzeitig arbeiten viele Frauen nicht so viele Stunden, wie sie es sich wünschen. Männer hingegen wollen oft etwas weniger arbeiten. Wie muss und wie lässt sich also die Arbeitswelt als wichtiger Taktgeber im Leben der Familien verändern, damit Eltern genug Zeit für die Familie und den Beruf haben? Warum ist es zentral für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich zu machen? Diese Fragen diskutierten Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft am 23. Januar 2013 in Hanau. Die Veranstaltung hatte das Lokale Bündnis für Familie „Hanau die zeitbewusste Stadt“ organisiert.

Nach der Begrüßung von Oberbürgermeister Claus Kaminsky hatte Ingo Behnel, Leiter der Abteilung Familie im Bundesfamilienministerium, die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Beratungsstellen und der Politik, mit einem Vortrag auf die Diskussion eingestimmt. In dem Vortrag unterstrich er, wie wichtig es für Mütter und Väter ist, souverän über ihre Zeit entscheiden zu können. Die Bundesregierung unterstütze dies, indem sie Zeitpolitik als eigenständiges Politikfeld gestalte. Lokale Bündnisse für Familie sind dabei wichtige Partner. Denn mit ihren starken Netzwerken können sie vor Ort viele Akteurinnen und Akteure an einen Tisch bringen, die den Alltag von Familien beeinflussen. An fünf Standorten erproben sie daher derzeit, wie sich eine kommunale Familienzeitpolitik umsetzen lässt. Beim Hanauer Bündnis für Familie steht das Thema Zeit ebenfalls im Mittelpunkt. So hat sich das Bündnis zum Beispiel bei Handwerksbetrieben und Arztpraxen dafür eingesetzt, dass sie ihre Servicezeiten an die Bedürfnisse von Eltern anpassen.

Zeitstress tritt in bestimmten Lebensphasen häufiger auf

In der Diskussion waren sich Ingo Behnel, Stefan Körzell, DGB Bezirksvorsitzender Hessen Thüringen, Jan Rinnert, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus-Holding, Dr. Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, und Armin Bayer, Abteilungsleiter für den Bereich Wirtschaftspolitik bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein Main, einig, dass es für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen entscheidend ist, sich familienfreundlich aufzustellen. „Junge Fachkräfte fordern eine gute Work-Life-Balance heute aktiv ein“, sagte Jan Rinnert. Sein Unternehmen ist Partner im Hanauer Bündnis für Familie. Um Zeitkonflikte zu reduzieren, hilft Heraeus seinen Beschäftigten zum Beispiel bei der Vermittlung von Tagesmüttern oder Kindertagesstätten und hat am Standort Hanau eine Tageseinrichtung für Kinder von sechs Monaten bis zu sechs Jahren eingerichtet. „Zeitengpässe treten in bestimmten Lebensphasen auf – vor allem zur Familiengründung und wenn es einen Pflegefall in der Familie gibt. Da wir unsere Mitarbeiter möglichst lange halten wollen, müssen wir sie genau dann unterstützen“, sagte Jan Rinnert.

Auch kleine und mittlere Unternehmen können Eltern unterstützen

Warum große Unternehmen tendenziell schneller als kleinere Betriebe auf Trends wie den demografischen Wandel reagieren können, machte Dr. Gunther Quidde deutlich: „Für kleine Unternehmen ist die Hauptaufgabe im Alltag, sich am Markt zu behaupten. Danach erst werden Themen wie die Vereinbarkeit angefasst.“ Hinzu kommt, dass große Unternehmen sich oft leichter tun, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf organisatorisch zu fördern. Kleinere Betriebe müssen ganz anders erfinderisch werden. „Eine eigene Betriebskita gibt es in den Betrieben in der Regel nicht. Dafür ist es im Notfall möglich, die Kinder mit zur Arbeit zu nehmen“, sagte Armin Bayer. Was alleine nicht geht, kann jedoch im Verbund gelingen. Ingo Behnel betonte, dass mit dem Förderprogramm Betriebliche Kinderbetreuung auch Verbundlösungen von Unternehmen gefördert werden, die sich für eine gemeinsame Kinderbetreuung zusammenschließen.

Es gebe viele gute Einzelbeispiele aus Unternehmen, wie Vereinbarkeit gelinge. Dennoch zeigten die Fakten immer noch einen großen Handlungsbedarf, mahnte Uta Meier-Gräwe an. Leistungsträger und Führungskräfte müssten den Bewusstseinswandel in den Betrieben vorantreiben, damit Frauen und Männer keine beruflichen Nachteile befürchten müssen, wenn sie sich für Kinder entscheiden. „Wir brauchen eine Debatte um familienfreundliche Arbeitszeiten“, sagte Stefan Körzell. Dabei sei es wichtig, dass es auch gesetzliche Regelungen gebe, auf die sich die Familien berufen könnten.

Nach der Diskussion resümierte Teilnehmerin Melanie Schimmelpfennig: „Ich finde es gut zu sehen, dass sich in den Unternehmen einiges tut.“ Sie hat die Diskussion aufmerksam verfolgt – auch weil das Hanauer Bündnis eine Kinderbetreuung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer organisiert hatte, bei der Melanie Schimmelpfennigs Kind gut aufgehoben war.

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