Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation

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Rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland, die Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) oder SGB XII (Sozialhilfe) bekommen oder deren Eltern den Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten, können seit diesem Jahr Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets beziehen. Es ermöglicht den Kindern und Jugendlichen zum Beispiel an Schulausflügen teilzunehmen und zum Sportverein zu gehen. 20 Expertinnen und Experten sind am 30. Juni 2011 in Berlin zusammengekommen, um über die Rolle der Lokalen Bündnisse bei der Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets zu diskutieren und konkrete Strategien für deren Einbindung zu entwickeln. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte zu dem Dialogforum Expertinnen und Experten aus den Bündnissen selbst sowie aus Kommunen, Jobcentern und wichtigen gesellschaftlichen Institutionen, wie Vereinen und Verbänden, eingeladen.
Viele Lokale Bündnisse engagieren sich bereits für das Thema „Bildung und Teilhabe“: Vom Mittagessen bis zur Hausaufgabenbetreuung gibt es zahlreiche Projekte für Kinder und Jugendliche in den Bündnissen. Mit ihrer Erfahrung und ihrer Expertise können sie daher die erfolgreiche Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets der Bundesregierung unterstützen. Durch den direkten Kontakt zu den Eltern und Kindern, besetzen sie eine Schlüsselposition zwischen Familien und Anbietern der Leistungen und können als Kommunikatoren und Vermittler dazu beitragen, dass die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets noch mehr Familien erreichen. Dialogforum-Teilnehmer Martin Schönwandt, Geschäftsführer der Deutschen Sportjugend, sagt: „Die Bündnisse haben eine wichtige Funktion. Sie sind die Schnittstelle zwischen denjenigen, die das Bildungs- und Teilhabepaket stellen, den Familien, die davon profitieren und den Vereinen und Verbänden, die Leistungen anbieten.“ Jürgen Kentenich vom Trierer Bündnis für Familie ergänzt: „Mit unserer Erfahrung und unseren Kontakten können wir Lösungen finden, wie wir die Kinder erreichen, ihnen mehr Teilhabe ermöglichen und so konkret die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets unterstützen.“
Lokale Bündnisse besetzen Schlüsselposition zwischen Familien und Anbietern der Leistungen
Eine große Chance für die Bündnisse sieht Karl Janssen, Beigeordneter für Familie, Bildung und Kultur der Stadt Duisburg, im Bildungs- und Teilhabepaket: „Es bietet eine gute Gelegenheit, weitere Unternehmen anzusprechen und für die Bündnisarbeit zu gewinnen.“ Angesichts der Diskussion um den Fachkräftemangel sei es für Unternehmen eine echte Zukunftsinvestition, zu einem breiten Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe beizutragen. Sie könnten zum Beispiel zu Leistungen beitragen, die über das Bildungs- und Teilhabepaket hinausgehen. Zu diesen so genannten zusätzlichen Leistungen gehören etwa die Sportausrüstung oder Musikinstrumente. Uwe Lübking vom Deutschen Städte- und Gemeindebund: „Die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaket stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Gerade bei der Ansprache der Familie brauchen die Kommunen Unterstützung. In den Lokalen Bündnissen sitzen alle Beteiligten an einem Tisch. Sie kennen die Gegebenheiten vor Ort sehr genau und können gemeinsam klären, welche Schritte getan werden müssen, damit möglichst viele anspruchsberechtigte Familien und Kinder vom Bildungs- und Teilhabepaket profitieren.“
Lokale Bündnisse als regionale Diskussionsplattform nutzen
Wo liegen Hemmschwellen bei der Antragsstellung? Wie wird der Antrag ausgefüllt? Welche Leistungen gibt es überhaupt? Über ihre langjährige Arbeit mit Familien, ihre vielfältigen Kontakte und den direkten Zugang zu Anbieterinnen und Anbietern sowie den anspruchsberechtigen Eltern und Kindern können die Lokalen Bündnisse die Aktivitäten der Jobcenter oder Kommunen, die der erste Ansprechpartner für das Bildungs- und Teilhabepaket sind, wirkungsvoll flankieren. Dabei profitieren Jobcenter und Bündnisse von ihrer teilweise jahrelangen guten Kooperation miteinander – in vielen Lokalen Bündnissen sind Jobcenter als Partner aktiv. Zügig und unkompliziert haben sich Jobcenter und Bündnisse an einigen Standorten über geeignete unterstützende Maßnahmen zur Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes ausgetauscht. So stellen Bündnisse beispielsweise ihr Wissen und ihre Erfahrung zur Ansprache von Familien und Anbieterinnen und Anbietern zur Verfügung, mobilisieren ihre verschiedenen Bündnispartnerinnen und -partner, damit diese Familien über das Bildungs- und Teilhabepaket informieren und sie für die Nutzung motivieren. Dort, wo Jobcenter noch nicht mit Bündnissen kooperieren, ergibt sich an vielen Orten derzeit eine Zusammenarbeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dialogforums waren sich einig, dass die Bündnisse über die Weitergabe von Wissen und gezielte begleitende Öffentlichkeitsarbeit darüber hinaus eine wichtige koordinierende Rolle vor Ort haben können, und die angebotenen Leistungen vor Ort auf einander abstimmen können. Jolana Hill vom Erlanger Bündnis: „Die Bündnisse wissen auch oft besonders gut, welche Angebote vor Ort gefragt sind und können passende Projekte anstoßen.“
Das Dialogforum zeigt außerdem, dass es sich auch beim Thema „Bildung und Teilhabe“ lohnt, auf Grundgedanken der Bündnisarbeit zu setzen: Vernetzung und Synergien schaffen durch den Wissen- und Erfahrungsaustausch der verschiedenen Bündnispartnerinnen und -partner aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. So gilt es die Bündnisse auch als regionale Diskussionsplattform zum Thema zu nutzen. Christoph Fuchs vom Jobcenter Trier Saarburg: „Der Austausch war sehr anregend. Ich nehme wichtige Impulse für meine Arbeit vor Ort mit.“
Für alle Fragen rund um das Dialogforum steht Ihnen die Fachberatung der Lokalen Bündnisse für Familie zur Verfügung.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dialogforums „Bildung und Teilhabe“ am 30. Juni 2011 in Berlin: