Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation

Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation
Dokumentation der Netzwerkkonferenz in Hamburg
Dokumentation der Netzwerkkonferenz in München
Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation
Von Jugendcamps in den Sommerferien bis hin zum Mittagstisch mit Hausaufgabenhilfe, von der Kinderbetreuungsbörse bis hin zu Betreuungsangeboten, die Unternehmen gemeinsam im Bündnis entwickelt haben: Gute Projekte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf standen im Mittelpunkt der beiden Netzwerkkonferenzen der Lokalen Bündnisse für Familie im Jahr 2010. Insgesamt rund 500 Vertreterinnen und Vertreter von Lokalen Bündnissen, Unternehmen, Kommunen und Verbänden kamen zu den Konferenzen in Hamburg und München und gaben in Workshops und Fachforen Impulse für neue Projekte. Während in München ein besonderes Augenmerk darauf lag, wie wichtig angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels Familienfreundlichkeit als Standortfaktor ist, lag der Schwerpunkt in Hamburg auf guten Lösungen für Eltern mit Schulkindern.
Lokale Bündnisse spielen mit ihren Netzwerken eine bedeutende Rolle, um den Standortfaktor Familienfreundlichkeit zu stärken und erfolgreiche Projekte für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf umzusetzen. Das machten Rednerinnen und Redner wie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Dr. Hermann Kues, der Präsident der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern, Prof. Erich Greipl, sowie Dr. Christoph Emminghaus, Geschäftsführer der Rambøll Management Consulting GmbH, bei den Netzwerkkonferenzen deutlich.
Bei der Netzwerkkonferenz in Hamburg am 5. Oktober 2010 erläuterte Ingo Behnel, Abteilungsleiter im Bundesfamilienministerium, wie wichtig für viele Eltern mit Schulkindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist: „Mit der Einschulung kommt für viele Eltern das Betreuungsthema zurück. Sie haben sich auf die gut ausgebaute Infrastruktur der Kindergartenbetreuung verlassen und sehen sich mit neuen Organisationsproblemen konfrontiert.“ Für drei Viertel der Mütter mit einem Kind zwischen 6 und 14 Jahren zählt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu den wichtigsten Aufgaben der Familienpolitik. Eltern brauchten deshalb eine verlässliche Kombination von Freizeit-, Kultur- und Sportangeboten, eine Unterstützung bei den Hausaufgaben, ein Mittagessen und die Betreuung in den Ferien sowie in den Randzeiten. Um diese Angebote zu schaffen, komme den Lokalen Bündnissen für Familie eine zentrale Rolle zu. „Sie sind aufgrund ihrer Netzwerkstruktur, ihrer regionalen Verankerung und der Vielfalt ihrer Akteure bestens geeignet, wirksame Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen“, so Behnel.
Erfolgreiche Lösungen stellten Vertreterinnen und Vertreter Lokaler Bündnisse bei der Netzwerkkonferenz vor. So präsentierte beispielsweise das Braunschweiger Bündnis das Notfallbetreuungsangebot K.N.U.T.: In Notfällen kümmern sich hier Erzieherinnen bis zu zwei Tage um Kinder im Alter von bis zu 15 Jahren. Auch das Felsberger Lokale Bündnis für Familie trägt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei: Es bietet Eltern verlässliche Betreuungsangebote vor der Schule, nach der Schule und in den Ferien an. Ein Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote wie Sprachkurse oder Sportangebote gehören ebenfalls zum Angebot des Bündnisses. Mit Projekten für mehr Familienfreundlichkeit wie diesen konnten sich Lokale Bündnisse beim Ideenwettbewerb „Unterstützungsnetzwerke für Berufstätige mit Schulkindern“ bewerben, der Teil der Entwicklungspartnerschaft „Unterstützungsnetzwerke für Eltern mit Schulkindern“ war.
Dass Familienfreundlichkeit mittlerweile ein bedeutender Standortfaktor ist, wurde bei der zweiten Netzwerkkonferenz am 25. Oktober in München deutlich. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Hermann Kues stellte anhand der zukünftigen Arbeitslosenzahlen dar, wie wichtig das Thema für Unternehmen ist. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung werden im Jahr 2025 nur noch etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos sein. „Die Frage ist dann nicht mehr: Wo bekomme ich Arbeit? Die neue Frage wird sein: Wo will ich arbeiten?“, sagte Dr. Kues. Bewerberinnen und Bewerber würden deshalb bei ihrer Jobsuche wählerischer sein. „Familienfreundlichkeit spielt dabei eine zentrale Rolle und wird für das einzelne Unternehmen wie für die Region insgesamt zu einem harten Standortfaktor“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär.
Wie hilfreich es für Unternehmen ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, unterstrich auch Prof. Erich Greipl, Präsident der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern. „Je stärker der demografische Wandel fortschreitet und schon allein deshalb der Fachkräftemangel zunimmt, desto größer ist der Nutzen für die Unternehmen.“ Lokale Bündnisse für Familie könnten Unternehmen unterstützen und damit den Standortfaktor Familienfreundlichkeit stärken, so Prof. Greipl. „Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen können von den Lokalen Bündnissen profitieren.“ Zum einen könne ein Bündnis zentrale Anlaufstelle für Unternehmen sein, die selbst familiengerechte Rahmenbedingungen schaffen wollen und Anregungen suchen. Zum anderen können Lokale Bündnisse Unternehmen bei Projekten unterstützen, für die sie alleine zu klein wären, wie zum Beispiel eine betriebliche Kinder- oder Ferienbetreuung.
Dass Unternehmen von ihrem Engagement in den Lokalen Bündnissen profitieren, belegt auch eine Untersuchung von Rambøll Management Consulting, die Dr. Christoph Emminghaus, Geschäftsführer bei Rambøll bei den Netzwerkkonferenzen vorstellte. 95 Prozent der befragten Unternehmen, die in Bündnissen aktiv sind, sehen einen hohen Nutzen durch die Bündnisbeteiligung, heißt es in der Untersuchung.
Auf welche Weise Unternehmen in Bündnissen aktiv sind, stellten einige Bündnisvertreterinnen und -vertreter in München vor. In Göttingen haben sich beispielsweise mehrere Unternehmen im Rahmen des Lokalen Bündnisses zusammengetan, um eine Betriebskita zu gründen. In Wolfsburg beteiligt sich die Volkswagen AG an einer Notfallbetreuung und in Erlangen ist mithilfe von Unternehmen wie der Siemens AG eine Ferienbetreuung entstanden. So wie hier gibt es viele weitere gute Beispiele für das unternehmerische Engagement in Lokalen Bündnissen von denen Unternehmen und ihre Partnerinnen und Partner profitieren.
Einladungsflyer der Netzwerkkonferenz Hamburg am 5. Oktober 2010
Einladungsflyer der Netzwerkkonferenz München am 25. Oktober 2010
Warum lohnt es sich für Unternehmen, den Betrieb familienfreundlich zu gestalten? Welche Aspekte sind beim Thema Standortfaktor Familienfreundlichkeit besonders wichtig? Hier hören Sie O-Töne von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Netzwerkkonferenz in München.
O-Töne zum Anhören:
Heidi Henning, Lokales Bündnis für Familie „arnstein5010.net“
Martin Armbruster, IHK für München und Oberbayern; Lokales Bündnis für Familie in München
Jutta Staudt, Lokale Bündnis für Familien des Vogtlandkreises
Christine Wenmakers, Lokales Bündnis für Familie Rügen tut gut e. V.
Auf der Netzwerkkonferenz der Lokalen Bündnisse für Familie in Hamburg stellten Expertinnen und Experten aus Lokalen Bündnissen ihre Lösungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Eltern mit Schulkindern vor. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gab auf der Veranstaltung den Startschuss für den Ideenwettbewerb „Unterstützungsnetzwerke für Berufstätige mit Schulkindern“.
In Zeiten des Fachkräftemangels wird Familienfreundlichkeit zu einem harten Wettbewerbsvorteil der Unternehmen im Kampf um die besten Köpfe. Dies war der einhellige Tenor von Unternehmen, Kommunen und Verbänden bei der Netzwerkkonferenz der Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 25. Oktober in München. Im Mittelpunkt der Konferenz standen innovative Projekte für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Lokale Bündnisse für Familie unterstützen Eltern mit Schulkindern dabei, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Wie Bündnisse das erfolgreich umsetzen, zeigt ein Themenfilm anhand beispielhafter Projekte: Mit der Nachmittagsbetreuung in Trebur, der Kooperation zwischen Schulen und Vereinen in Dienheim, der Ferienbetreuung in Erlangen und dem Familienfonds in Ansbach.