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Eine Stadt nur für Kinder

Zum achten Mal hat das Lokale Bündnis für Familie in Eckernförde in diesem Jahr die Kinderstadt Eck-Town-City organisiert.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Betreuerinnen und Betreuer der Eck-Town-City 2019 in Eckernförde, Quelle: Lokales Bündnis für Familie in Eckernförde

Am Donnerstag stießen auf der Straße Fußgänger, Roller- und Fahrradfahrer zusammen. Obwohl die Szene nur gespielt war, wurden direkt Konsequenzen gezogen. Die Polizei sperrte den Unfallort ab. Die Sanitäter rückten mit Blaulicht an. Es war wieder Einiges los in der Kinderstadt "Eck-Town-City" in Eckernförde. Wie in jedem Jahr trafen sich in der letzten Ferienwoche zahlreiche Kinder auf dem Gelände der Peter-Ustinov-Schule, um das Leben in einer Stadt nachzustellen – mit Bürgermeisterwahl, Berufen von Friseur bis Müllmann und einer eigenen Währung, dem "Ecki". 

Schon seit 2012 organisiert das Lokale Bündnis für Familie in Eckernförde gemeinsam mit der örtlichen Verkehrswacht sowie zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern die Kinderstadt "Eck-Town-City". "Die Idee entstand durch einen Zeitungsartikel", sagt die Bündnisverantwortliche Simone Staack-Simon. "Ich habe von einem ähnlichen Projekt gelesen und war sofort überzeugt. Der Grundgedanke war, Eltern eine günstige Kinderbetreuung in den Ferien zu ermöglichen. Für die Kinder ist es eine tolle Woche, in der sie viel ausprobieren können. Sie lernen auf spielerische Weise, wie eine Stadt funktioniert und wie man sie mitgestalten kann." Offensichtlich kommt diese Art der Ferienbetreuung bei Familien gut an. Die Eck-Town-City wächst stetig. Haben im ersten Jahr noch 120 Kinder in der Kinderstadt gelebt, waren es in diesem Jahr bereits 235.

Heute Bankräuber, morgen Polizist

Zweimal täglich melden sich die jungen Stadtbewohner beim Arbeitsamt, um einen neuen Job zugeteilt zu bekommen. Am liebsten arbeiten die meisten Kinder bei der Polizei. Bei inszenierten Banküberfällen machen sie sich auf die Suche nach dem Täter. Bei Unfällen halten sie die Schaulustigen mit Hilfe von Flatterband fern. Aber auch die Arbeit bei der Feuerwehr, in der Fahrradwerkstatt oder als Barkeeper macht den Kindern großen Spaß. Mit den verdienten "Eckis" können sie sich dann zum Beispiel Waffeln kaufen, Tattoos malen lassen oder im Casino ihr Glück versuchen. 

Zahlreiche Unternehmen aus Eckernförde beteiligen sich an der Umsetzung der Kinderstadt. Sie betreuen die verschiedenen Berufsstände und bringen den Kindern dort ihre tägliche Arbeit näher. Simone Staack-Simon betont, wie wichtig ein gutes Netzwerk für die Umsetzung eines Projektes wie der Eck-Town-City ist: "Wer eine Kinderstadt ins Leben rufen möchte, sollte sich auf jeden Fall vorher einen Eindruck von einem ähnlichen Projekt verschaffen. Aber es ist auch ganz wichtig, darauf zu achten, welche Möglichkeiten sich individuell vor Ort bieten. Im Austausch mit den örtlichen Institutionen findet man Unterstützung und Lösungen."

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