Bündnis des Monats

Familienfreundlichkeit in Unternehmen anregen und Familienbildung vor Ort ermöglichen

Lokales Bündnis für Familie im Landkreis Reutlingen als „Bündnis des Monats“ ausgezeichnet.

Ein Preis für das Unternehmen mit den meisten Geburten in einem Jahr, eine Strategiekonferenz zur Fachkräftesicherung oder eine internationale Elternschule – das sind nur einige der zahlreichen Projekte des Familienforums Reutlingen. Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eingerichtete Servicestelle Lokale Bündnisse für Familie hat das Lokale Bündnis für Familie im Landkreis Reutlingen für sein Engagement als „Bündnis des Monats August 2015“ ausgezeichnet.

Bild zeigt: Gruppe von Workshop Teilnehmern die gemeinsam für ein Foto posieren.

Den kinderreichsten Arbeitgeber in der Region auszuzeichnen – das ist die ungewöhnliche Idee hinter dem vom Familienforum Reutlingen in diesem Jahr erstmalig ausgelobten „Butzeles-Preis“. Das Bündnis will somit erreichen, dass in spätestens fünf Jahren Arbeitgeber ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragen: Was können wir für Sie tun, damit Sie Familie und Beruf gut vereinbaren können? Bündniskoordinatorin Susanne Stutzmann erklärt: „Wir haben diese Aktion bewusst so gewählt, um auf eine sehr unkonventionelle und Aufsehen erregende Art und Weise gerade bei Arbeitgebern auf das Thema familienfreundliche Arbeitswelt und Wettbewerbsvorteil durch Familienfreundlichkeit aufmerksam zu machen.“

Familienfreundliche Personalpolitik im Fokus

Mit familienbewusster Unternehmenskultur hat sich das Lokale Bündnis auch im Rahmen der Strategiekonferenz „Familienbewusst Fachkräfte sichern“ auseinandergesetzt. Als Teil der „Interessengemeinschaft Vereinbarkeit von Familie und Beruf Neckar-Alb“ war das Familienforum neben unter anderem der IHK Reutlingen und dem Bündnis für Familie Tübingen Kooperationspartner der im November 2014 durchgeführten Veranstaltung. Bündnisakteurinnen und -akteure diskutierten gemeinsam mit etwa 140 Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern Praxisbeispiele und Lösungsmöglichkeiten zu Themen wie „Kinderbetreuung und Pflege“ oder „Lebensphasenorientierte und generationengerechte Personalpolitik“.

Integration durch internationale Elternschule

Familien Hilfestellung anzubieten und eine Plattform für die Koordination von Familienbildung vor Ort zu schaffen – das sind erklärte Ziele des Familienforums Reutlingen. Ein wichtiger Schritt dahin war die Gründung der Elternschule FERDA vor 9 Jahren. Diese schafft erfolgreich den Zugang zu Präventions-, Beratungs- und Bildungsangeboten bei zugewanderten Familien mit Kindern. In den Veranstaltungen wird einerseits Wissen über bestimmte Themenbereiche durch Experten und Fachleute vermittelt. In den letzten Jahren entwickelte sich zudem eine wachsende Mitwirkung von verschiedenen Frauen aus der Elternschule. Bündniskoordinator Frieder Leube bemerkt „Es ist beeindruckend, wie frühere Teilnehmerinnen von FERDA-Kursen mittlerweile selbst als Verantwortliche Kurse anbieten und im begleitenden Beirat Verantwortung tragen“. Die Elternschule erreicht viele Familien mit Migrationshintergrund aber auch deutsche Familien, die zu etablierten Elternbildungs- und Beratungseinrichtungen bisher aus sprachlichen oder kulturellen Unsicherheiten keinen Zugang gefunden haben. Im Rahmen der Elternschule findet das Programm „Berufswege!“ statt, welches sich in einzelnen Schwerpunktveranstaltungen vor allem an Frauen mit Migrationshintergrund richtet. So lädt das Familienforum beispielsweise für den Oktober zu einem Vortrag rund um die Anerkennung ausländischer Qualifikationen und Berufsabschlüsse ein.

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