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Die Ergebnisse der Bündnisumfrage

In die Zukunft, fertig, los!“ – Unter diesem Motto fand im vergangenen Herbst eine bundesweite Befragung der Lokalen Bündnisse für Familie statt.

Befragt wurden die teilnehmenden Lokalen Bündnisse zu aktuellen Herausforderungen und Bedürfnissen: Was brauchen Familien aus der Sicht vor Ort? Was läuft gut oder auch weniger gut? Wo besteht Unterstützungsbedarf? Welche Entwicklungen zeichnen sich für die künftige Arbeit ab? Und welche Wünsche bestehen mit Blick auf die Zukunft? 179 Familienbündnisse haben an der Online-Umfrage teilgenommen, deren Antworten seit November 2021 ausgewertet und in einer Broschüre aufbereitet wurden.

Insgesamt zeigt die Befragung, dass die Bündnisse im ganzen Land eine wichtige Funktion als Bindeglied und Schnittstelle zwischen verschiedenen lokalen Akteurinnen und Akteuren einnehmen und Familienfreundlichkeit und Attraktivität von Städten, Landkreisen und Regionen gleichermaßen stärken. Innovative, bedarfsgerechte und praxisorientierte Lösungen tragen dazu bei, Herausforderungen wie die Corona-Pandemie besser zu überstehen und die gesellschaftliche Resilienz insgesamt entscheidend zu stärken.

Im Einzelnen geht die Umfrage auf folgende Themen ein:

  • „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“: Hier bieten rund 60 Prozent der Bündnisse „Leistungen und Angebote für Familien mit geringem Einkommen“ und „Unterstützung von Alleinerziehenden“ an, weitere wichtige Themen sind die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege und die Familienfreundlichkeit lokaler Unternehmen, vor allem hinsichtlich der Gestaltung von Arbeitszeiten.
  • „Kommunale Familienzeitpolitik und familienfreundlicher Standort“: Fast drei Viertel aller Bündnisse bemühen sich, die Attraktivität ihres Standorts durch familienfreundliche Freizeitangebote wie Ferienpässe oder Abenteuer-Camps zu erhöhen, weitere zwei Drittel leisten Beiträge zur Willkommens- und Anerkennungskultur vor Ort. Über die Hälfte aller Bündnisse erwägt überdies, im Bereich familienfreundlicher Mobilität aktiv zu werden, etwa durch Fahrdienste oder verbesserte ÖPNV-Fahrzeiten.
  • „Unterstützung partnerschaftlicher Aufgabenteilung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“: Wenn es darum geht, insbesondere Vätern vermehrt zu ermöglichen, mehr Zeit für die Familie zu haben, geben 56 Prozent der befragten Bündnisse an, Angebote für väterfreundliche Personalpolitik entwickeln zu wollen.
  • „Gesundheit, Pflege und generationenübergreifende Zusammenarbeit“: Ob im Quartiersmanagement, in der Nachbarschaftshilfe oder im Familienzentrum: Generationenübergreifende Zusammenarbeit ist für 68 Prozent aller Familienbündnisse ein wichtiges Anliegen, dicht gefolgt von unterschiedlichen Angeboten zu den Themen Gesundheit, Ernährung und Bewegung (58 Prozent).
  • Kinderbetreuung“: Von großer Bedeutung für viele Bündnisse sind naturgemäß Angebote rund um die Betreuung von Kindern. Über die Hälfte der Bündnisse sorgt für Angebote bei der Ferienbetreuung von Schulkindern oft auch in Kooperation mit Betreuungseinrichtungen oder weiteren Dienstleistern.
  • „Erziehungsverantwortung und Bildung“: Ein weiterer Fokus liegt für viele Bündnisse auf der Unterstützung von Kindern und Familien in Bildungsfragen. 63 Prozent bieten frühkindliche Förderung an, 61 Prozent unterstützen Familien mit Migrationshintergrund und/oder Fluchtgeschichte und 48 Prozent gehen auch auf Fragen rund um die digitale Transformation der Gesellschaft oder die Herausforderungen in Zeiten der Pandemie ein.

Für die Zukunft wünschen sich die Akteurinnen und Akteure vieler Bündnisse eine noch stärkere Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung vor Ort. Inhaltlich wird es neben der Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie vermehrt um die partnerschaftliche Vereinbarung von Familie und Beruf, um die Stärkung von Willkommens- und Anerkennungskultur für Menschen mit Migrations- und/oder Fluchtgeschichte sowie um die Herausforderungen im Zusammenhang mit der digitalen Transformation gehen. Zudem soll die Bündnisarbeit ausgebaut und neue Bündnispartner gefunden werden, um den Fortbestand der Bündnisse zu sichern und die Dynamik der Arbeit weiter zu erhöhen.

Bis zum 5. November 2021 haben 179 Bündnisse an der Befragung teilgenommen. Der überwiegende Teil davon arbeitet auf kommunaler Ebene in Gemeinden (47 Prozent), Städten (22 Prozent) und in Landkreisen (20 Prozent), meist in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen (89 Prozent) und den Unternehmen und Vereinen vor Ort (jeweils 64 Prozent). Wichtige Partner für die Familienbündnisse sind außerdem Kinderbetreuungseinrichtungen, Einrichtungen der Familienberatung und -bildung (64 Prozent bzw. 58 Prozent) sowie Schulen und Kirchen (beide 49 Prozent).

Rund 520 Bündnisse sind in der Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aktiv. Mehr als 18.900 Akteurinnen und Akteure, darunter über 7900 Unternehmen, engagieren sich in einer Vielzahl von Projekten in Kreisen, Städten und Gemeinden. 

Weitere Informationen und die Zusammenfassung der Ergebnisse der Befragung finden Sie hier als Download. (PDF, 1,9 MB)

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