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„Wir machen uns stark für alle Familien“

Verbandsgemeinde Saarburg-Kell (LBF e.V.) als „Bündnis des Monats August“ ausgezeichnet.

Quelle: Lokales Bündnis für Familie in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell (LBF e.V.)

Das Lokale Bündnis für Familie in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell e.V. (LBF e.V.) macht sich stark für Vielfalt und unterstreicht damit auch das aktuelle Schwerpunktthema der Bundesinitiative „Stärkung von Familien mit Migrations- und Fluchthintergrund“. Ein besonderes Anliegen sind dem LBF e.V. Menschen in schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Lebenssituationen. „In unserem Bündnis kümmern sich die Hauptamtlichen professionell um die Belange der Menschen in unserem Sozialraum und werden dabei in ihrer Arbeit von Ehrenamtlichen unterstützt. Das Lokale Bündnis für Familie bietet mit seinen klaren Strukturen eine kompetente und verlässliche Anlaufstelle für alle Kommunen im Sozialraum“, so Martin Alten, Vorsitzender des Familienbündnisses.

Das LBF e.V. hat sich zum Ziel gemacht, Familien in schwierigen Lebenssituationen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, wieder ins aktive Leben – im Beruf wie im Alltag – zu integrieren. „Dies zu erreichen wäre ohne die Hilfe der Ehrenamtskoordinatorin, vielen ehrenamtlichen Flüchtlingsbegleiter*innen und dem beim Bündnis angestellten Integrationslotsen nicht möglich“, so Anette Barth, Geschäftsführerin des LBF e.V.. Sie zusammen helfen Schulen, Behörden, Krankenhäusern oder Arbeitgebern in der Kommunikation mit Zugewanderten, sie leisten Netzwerkarbeit im Bereich Schule – Elternhaus sowie bei der Kooperation mit allen Akteur*innen im Bereich der Flüchtlingshilfe (Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Vereinen, etc.). Darüber hinaus realisieren sie im LBF e.V. gemeinsam verschiedenste Projekte zur Unterstützung zugewanderter Menschen bei der Integration, wie beispielsweise die ehrenamtlichen Lern- und Sprachpaten.

Vielfalt am Ball – Das aktuelle Fußballprojekt  

Das Fußballprojekt ist ein Angebot für junge Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund zwischen 17 und 27 Jahren. Zunächst wurde mit einem Trainer gespielt – aktuell wird verein(t) mit einem Sportverein aus der Nachbargemeinde trainiert. Das Bündnis freut sich sehr, den Verein für dieses Projekt gewonnen zu haben. „Die Umsetzung dieses Projektes gestaltet sich nicht immer ganz einfach, da es auch immer Vorbehalte und Ängste gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen gibt“, so Barth.

Vielfalt Mittagstisch

Das LBF e.V. bietet einen täglich wechselnden, internationalen Mittagstisch an. Hier werden Gerichte aus den unterschiedlichsten Nationen zubereitet. Gekocht wird in der Regel von Personen, die aus dem entsprechenden Land kommen. „Beim gemeinsamen Essen kann man gut Zugänge schaffen und in andere Kulturen reinschnuppern“, berichtet Sigrid Schneider, Koordinatorin Mehrgenerationenhaus. Durch das Zusammenkommen entstehen gemeinsame Projekte oder auch die Vermittlung von Arbeitsstellen. Das Angebot erfreut sich einer großen Nachfrage und wird gut angenommen - im Außenbereich des Café Urbans oder auch als „Take-Away-Variante“.

Die Kleiderkammer

Die Kleiderkammer gibt es nunmehr seit fünf Jahren. Entstanden ist das Projekt in einer Zeit als viele Geflüchtete in die Region Saarburg-Trier kamen und das Bündnis sich zunächst um eine “Ad-Hoc-Versorgung" bemühte. Schnell wurde jedoch deutlich, dass es eine dauerhafte und kontinuierliche Lösung braucht. Über die Verbandsgemeinde gelang es schnell einen Raum zu akquirieren. Ein Team von rund 15 Frauen engagiert sich heute ehrenamtlich in der Kleiderkammer. „Genutzt wurde das Angebot zunächst überwiegend von Migrant*innen. Inzwischen ist der Kundenstamm sehr gemischt. Die Kleiderkammer steht grundsätzlich allen Menschen offen, die sich in einer Notsituation befinden“, so Schneider.

Zukunftsprojekt

Aus den Erfahrungen der Integrationsprojekte, ist es dem LBF e.V. wichtig, den Begriff „Integration“ wieder aufzuwerten. „Integration wird nicht gelingen, wenn diese von der Bevölkerung als etwas Negatives angesehen wird. Bedeutend ist die positive Besetzung des Begriffs“, sagt Barth. In Saarburg-Kell leben über 78 verschiedene Nationalitäten zusammen. Um dieses Ziel zu erreichen, beginnen sie bei der eigenen Bündnisarbeit und schulen die Mitarbeitenden des Bündnisses in interkultureller Kommunikation und Kompetenz. „Das Bündnisteam ist interkulturell aufgestellt und profitiert bei der Arbeit sehr von den Erfahrungen der Kolleg*innen mit Migrations- und Fluchthintergrund“, so Anette Barth.

Alles unter einem Dach - Soziokulturelles Zentrum

Das Lokale Bündnis für Familie in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell wurde 2005 als lockeres Netzwerk gegründet und ist seit 2008 ein gemeinnütziger Verein mit ca. 90 Mitgliedern. Mit der damaligen Bewerbung um die Trägerschaft eines Mehrgenerationenhauses (MGH) mit Sitz in dem alten Kulturdenkmal, betreibt der Verein nun das MGH, das Museum, die Kinder- und Jugendkunstschule sowie die Ehrenamtsbörse in der ehemaligen Glockengießerei Mabilon. 2010 wurde der Altbau durch einen neuen Anbau erweitert, in dem ein Kinderbetreuungsangebot und das Café Urban, als integrativer Treffpunkt für alle Menschen, zu finden sind. Seit 2012 sind alle Einrichtungen dieses neuen sozio-kulturellen Zentrums unter dem Dachnamen "KulturGießerei" vereint. „Und das ist auch eines unserer Erfolgsgeheimnisse. Wir haben so eine einheitliche Struktur geschaffen, die alle mitnimmt, Parallelstrukturen verhindert und so am besten ermöglicht, die Projekte an den Bedarfen der Familien auszurichten – gerade zu Zeiten der Pandemie hat sich diese Struktur erneut bewährt“, so Barth.

Hier die Pressemitteilung zum Bündnis des Monats herunterladen.

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