Wettbewerb „Zukunft Familie 2017“

Bündnis für Familie im Vogelsbergkreis

Ort: 36341 Lauterbach (Hessen)
Bundesland: Hessen
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Wettbewerb „Zukunft Familie 2017“

Fachkräfte finden und dann auch im Betrieb halten – heutzutage keine leichte Aufgabe. Was aber definitiv beim Halten der Beschäftigten hilft ist eine familienfreundliche Personalpolitik, die es ermöglicht, Familie und Beruf ohne große Schwierigkeiten unter einen Hut zu bekommen. Sieben Vogelsberger Unternehmen haben mit ihrer guten Praxis am Wettbewerb „Zukunft Familie 2017“ teilgenommen und wurden vom Handlungsfeld „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ im Vogelsberger Familienbündnis dafür ausgezeichnet. Für den musikalischen Rahmen sorgten Schülerinnen und Schüler der Alsfelder Musikschule. 

Schon zum fünften Mal fand der Unternehmerwettbewerb statt, zum fünften Mal wurden Unternehmen mit besonders gelungener Personalpolitik ausgezeichnet und vorgestellt – es sei wichtig, solche zum Teil ganz pragmatischen Beispiele bekannt zu machen, um dadurch anderen Betrieben ein Vorbild zu sein. Thomas Schaumberg, Sprecher des Handlungsfelds „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ freute sich auch, weil in diesem Jahr fünf neue Preisträger dabei waren, „das Thema nimmt Fahrt auf“. 

Für Dr. Jens Mischak, Schirmherr der Veranstaltung, ist eines klar: „Familienpolitik geht uns alle an.“ Gerade in Zeiten des demografischen Wandels müsse daran gearbeitet werden, dass die Region attraktiv für junge Familien bleibe. Er führt an, dass sich laut einer Studie 60 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren die Kindererziehung und -betreuung teilen wollen, dass dies jedoch nur in einem viel geringerem Umfang auch gelinge. Es gebe viele Aufgaben an die Kreispolitik, aber es gehe nicht alleine um Angebote in der Kinderbetreuung. Dieser Wettbewerb zeige, dass auch und gerade in der Arbeitswelt schon viele Möglichkeiten gesucht und gefunden würden.  

Die ausgezeichneten Unternehmen waren: bvhb-Behindertenhilfe Vogelsberg (Herbstein), Garten- und Landschaftsbau Bast (Mücke), MRH Trowe (Alsfeld), Rambachhaus Alsfeld GmbH, Tagespflege Anima (Grebenhain), Vobitz – Agentur für digitale Medien (Alsfeld) und VR Bank HessenLand eG (Alsfeld). Viele von ihnen waren nicht zum ersten Mal dabei, die VR Bank sogar zum fünften Mal und die Tagespflege Anima hatte zum vierten Mal überzeugt. Deren Stärken: Individuelle und sehr flexible Arbeitszeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten – zum Teil in Ergänzung zu Teilzeitarbeit, Fernlehrgänge, Tagespflege für die Kinder im Betrieb oder Homeoffice-Möglichkeiten. 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die Region ein Thema „von herausragender Bedeutung“, unterstrich auch Roman Kubla aus dem Vorstand der Sparkasse Oberhessen. Der Fachkräftemangel sei auch bei den Banken angekommen, man bewerbe sich als Arbeitgeber bei zukünftigen Mitarbeitern, nicht umgekehrt. 

Viele kleine Beispiele aus der Praxis zeigte Manfred Weber auf, der als Bündnismentor seit Jahren aktiv ist. Der stellvertretende Leiter der Geschäftsstelle Mittelhessen der Handwerkskammer Wiesbaden berichtete von Handwerksbetrieben und deren vielfältigen Formen der Familienfreundlichkeit. „Die Familienfreundlichkeit ist längst zum Standortfaktor geworden – und zwar mit Ausrufezeichen“, so sein Fazit.

Bündnis für Familie im Vogelsbergkreis 

„Das Bündnis wird daran arbeiten, den Vogelsbergkreis noch familienfreundlicher zu machen. Generationenübergreifende Aspekte sind dabei von besonderer Bedeutung. Dies soll erreicht werden durch das Sammeln von Wissen über die Situation von Familien, durch mehr Austausch und Kooperation, durch die Bündelung vorhandener und das Anregen neuer Angebote sowie durch das Schaffen von Öffentlichkeit.“ Das haben im März 2008 die 100 Gründungsmitglieder des Bündnisses – interessierte Bürgerinnen und Bürger, Politiker und Fachleute – im Bürgerhaus Romrod auf einer großen Urkunde unterschrieben. 

Es wird partei-, konfessions-, themen- und generationsübergreifend in zurzeit acht Arbeitsgruppen gearbeitet. Die Partner im Bündnis kommen aus der Kreisverwaltung – Amt für Soziale Sicherung, Jugendamt, Amt für den ländlichen Raum und Gesundheitsamt – sowie aus der Wirtschaft, von Wohlfahrtsverbänden und von den Kirchen. Das Rückgrat der Arbeit sind die Impulse Dutzender ehrenamtlich tätiger Bürger und Bürgerinnen. 

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