Was brauchen Familien, damit sie sich in einer Stadt gut entfalten können? Für das Lokale Bündnis für Familie Saarlouis hat die Antwort viel mit Bildung zu tun, die überall dort stattfindet, wo Menschen zusammenkommen, voneinander lernen und Verantwortung übernehmen. Mit Beteiligung, demokratischen Strukturen und freiwilligem Engagement erreicht das Bündnis Menschen aller Generationen. Für dieses Engagement zeichnet das Bundesfamilienministerium das Lokale Bündnis für Familie Saarlouis als Bündnis des Monats November aus.
Bildung als gemeinschaftliche Aufgabe
Das Bündnis ist als offenes Netzwerk organisiert. Es arbeitet ohne Vereinsstruktur und bringt je nach Thema unterschiedliche Partner zusammen. Mit dabei sind unter anderem die Volkshochschule, die Familienbildungsstätte Saarlouis, die Ludwig Galerie Saarlouis und das Esther-Bejarano-Haus, das als Zentrum für Kinder, Jugendliche und Familien verschiedene Angebote bündelt. Zum Netzwerk gehören außerdem die Stadtraumplanung, diverse Unternehmen, soziale Träger und Initiativen vor Ort. „Das Bündnis stößt oft Projekte an und gibt sie dann an Träger in der Zivilgesellschaft oder die Verwaltung ab. Wenn man nichts aus der Hand geben will, blockiert man oft eine Weiterentwicklung. Wir wollen die Stadt gemeinsam weiterentwickeln“, sagt Bündniskoordinator und Sozialplaner Michael Leinenbach.
Diese Offenheit prägt auch das Bildungsverständnis des Bündnisses. Neben Bildungsangeboten wie „Mama lernt Deutsch“ in der Familienbildungsstätte gibt es im Bündnis auch Demokratiebildung, kulturelle Bildung wie spezifische Stadt- und Museumsführungen z.B. zu wichtigen Frauen der Stadt oder einer Klimaführung sowie erlebnispädagogische Angebote auf der Kinder- und Jugendfarm. Bildung wird in Saarlouis vielfältig gedacht.
Orte schaffen, an denen Lernen und Begegnung möglich werden
Ein zentrales Anliegen des Bündnisses sind Orte, an denen Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen möglich wird. Sie bringen Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenslagen zusammen und ermöglichen es ihnen, sich einzubringen. „Wir brauchen Treffpunkte für die unterschiedlichen Zielgruppen, damit die Menschen gemeinsame Projekte entwickeln und diese Orte als Bildungsorte nutzen können“, betont Michael Leinenbach.
Besonders sichtbar wird dieser Ansatz in der Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen. In der Ludwig Galerie Saarlouis werden Angebote gezielt an die Bedürfnisse verschiedener Altersgruppen angepasst. Führungen für Seniorinnen und Senioren verlaufen anders als Programme für Kinder oder Familien. „Jede Altersstruktur hat eine andere Geschwindigkeit“, sagt Michael Leinenbach. Gleichzeitig entstehen durch das „Projekt Vorlesegroßeltern“ Begegnungen zwischen den Generationen. Bevor sie mit ihrem Leseangebot die junge Generation unterstützen, erhalten die älteren Menschen eine Schulung.
Gemeinsam gestalten statt Ideen vorgeben
Wie Beteiligung in der Praxis funktioniert, zeigt auch das Projekt „Klima Helden in Saarlouis: 17 Ziele, 17 Helden, 17 Taten“. Im Rahmen der städtischen Nachhaltigkeitsstrategie beschäftigen sich hier verschiedene Gruppen aus der Stadtgesellschaft mit jeweils einem der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Die Teilnehmenden entwickeln eigene Ideen und setzen diese auf unterschiedliche Weise um. Am Ende präsentieren sie ihre Ergebnisse öffentlich und lernen voneinander.
Das Projekt steht beispielhaft für die Arbeitsweise des Bündnisses: Menschen werden zusammengebracht, erhalten Raum für eigene Ideen und gestalten Prozesse aktiv mit. Die Rolle des Bündnisses besteht vor allem darin, Impulse zu geben und Verbindungen herzustellen.
„Die Europastadt Saarlouis unterstützt das Familienbündnis Saarlouis bereits seit seiner Gründung. Eine zeitgemäße Familienpolitik, die den demographischen Wandel berücksichtigt und aufgreift, gewinnt gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung. Ein familienfreundliches Umfeld stärkt die Lebensqualität, den Wohlfühlfaktor für Leben und Arbeit und das menschliche Miteinander aller Generationen. Durch die europäische Ausrichtung der Europastadt werden die Offenheit und unsere deutsch-französische Identität betont. Die Europastadt Saarlouis ist dankbar ein Familienbündnis in ihren Reihen verankert zu haben.“
Carsten Quirin, Bürgermeister Saarlouis
Schnelle Hilfe durch starke Netzwerke
Von der langjährigen Vernetzungsarbeit profitieren insbesondere Familien: Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe sowie Mitarbeitende der beteiligten sozialen und kommunalen Einrichtungen kennen die Angebote und Zuständigkeiten im Netzwerk. So können sie Familien bei einem konkreten Anliegen direkt an die passende Ansprechperson vermitteln, statt sie von Stelle zu Stelle zu schicken. So entstehen kurze Wege und niedrigschwellige Unterstützungsangebote.
Bildung wird dabei als lebenslanger Prozess verstanden. Kinder, Jugendliche, Eltern, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarfen finden Angebote, die zu ihrer Lebenssituation passen. Gleichzeitig stärkt das Bündnis die demokratische Teilhabe vor Ort und schafft Räume, in denen sich Menschen einbringen können.
Für das Lokale Bündnis für Familie Saarlouis gehören Bildung, Beteiligung und gesellschaftlicher Zusammenhalt deshalb untrennbar zusammen. Lernen gelingt dort am besten, wo Menschen die Möglichkeit haben, ihre Stadt aktiv mitzugestalten.
Hintergrund
Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.
Derzeit engagieren sich rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. 320 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand Oktober 2026). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.
Pressekontakt Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“
Servicebüro
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Tel.: 0800 08 63 826
E-Mail: info@lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Website: https://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Kontaktdaten: Bündnis des Monats November 2026
Telefon: 0683 1443457
E-Mail: leinenbach@saarlouis.de
Ansprechperson: Michael Leinenbach