Seit 2005 bringt das Friedländer Bündnis für Familie Menschen und Einrichtungen zusammen, die Familien im Alltag begleiten. Besonders deutlich wird das an den Übergängen zwischen Kita, Grundschule und weiterführender Schule. Hier arbeiten die Beteiligten eng zusammen, damit Kinder sich früh orientieren können und Unterstützung rechtzeitig organisiert wird. Für dieses Engagement zeichnet das Bundesfamilienministerium das Friedländer Bündnis für Familie als Bündnis des Monats Oktober aus.
Wenn aus Austausch konkrete Unterstützung wird
Hinter den Angeboten steht ein Netzwerk aus Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Kirchen, dem Familienzentrum, einem Mehrgenerationenhaus und ehrenamtlich Engagierten. Viele Anregungen kommen direkt aus den Einrichtungen oder von Elternvertretungen. In regelmäßigen Treffen beraten die Partner über aktuelle Bedarfe und entwickeln daraus konkrete Angebote für Familien. „Ein Netzwerk aufzubauen ist nur der erste Schritt. Man muss es durch regelmäßigen Austausch auch zusammenhalten“, sagt Thorsten Kaiser, der Koordinator des Bündnisses in Friedland.
Übergänge mit vertrauten Gesichtern
Wie diese Zusammenarbeit wirkt, zeigt der Wechsel von der Kita in die Grundschule. Vorschulkinder besuchen die Schule gemeinsam mit ihrer Kita-Gruppe. Eine Schulklasse begleitet sie durch das Gebäude, beantwortet Fragen und hilft dabei, die neue Umgebung kennenzulernen. Ein ähnliches Angebot gibt es später beim Übergang auf die weiterführende Schule.
Darüber hinaus treffen sich die künftigen Schulkinder aus den vier Kita-Standorten bereits vor der Einschulung. So erleichtert man den Kindern diesen wichtigen Übergang. „Die Kinder lernen sich schon vor der Einschulung kennen. Dadurch ist die Hemmschwelle am ersten Schultag geringer“, berichtet Thorsten Kaiser.
Früh erkennen, was Kinder brauchen
Die Zusammenarbeit endet nicht bei Kennenlerntagen. Vor einem Wechsel stimmen sich die Einrichtungen frühzeitig darüber ab, welche Unterstützung einzelne Kinder benötigen könnten und welche Vorbereitungen dafür sinnvoll sind. Förderlehrkräfte können bereits vor der Einschulung Kontakt zu den Kitas aufnehmen. So lassen sich räumliche oder pädagogische Anpassungen frühzeitig planen, etwa für Kinder mit Lernbeeinträchtigung oder mit anderem besonderen Unterstützungsbedarf. „Durch die frühzeitige Abstimmung können sich die Schulen darauf vorbereiten, welche Unterstützung ein Kind benötigt“, erklärt Thorsten Kaiser. Ziel ist es, die notwendigen Bildungs- und Unterstützungsangebote in Friedland vorzuhalten, damit Kinder ihren gesamten schulischen Bildungsweg vor Ort absolvieren können und nicht auf Schulen in Nachbarkommunen angewiesen sind.
Vorausschauend statt überrascht
Der Nutzen des Netzwerks zeigt sich auch bei der Planung von Betreuungs- und Schulkapazitäten. Jährliche Geburtenübersichten liefern früh Hinweise auf die künftige Entwicklung der Kinder- und Schülerzahlen. Gleichzeitig sind Vertretungen aus Krippen, Kindergärten und Schulen in politische Beratungen eingebunden. Zeichnen sich Veränderungen ab, können die Beteiligten frühzeitig reagieren und gemeinsam Lösungen entwickeln.
„Kinder sind unsere Zukunft. Wir nehmen die Bedürfnisse der Familien ernst und versuchen, diese bestmöglich umzusetzen, ganz gleich, ob es um Spielplätze, Kindertagesstätten oder Schulen geht. Gerade in Zeiten, in denen familiäre Strukturen mehr und mehr wegbrechen, ist ein familiengerechtes Lebensumfeld mit guten Betreuungsangeboten unverzichtbar.“
Andreas Friedrichs, Bürgermeister der Gemeinde Friedland
Gerade an diesen Übergängen zwischen Krippen, Kindergärten und Schulen zeigt sich, was
das Friedländer Bündnis ausmacht: Informationen kommen früh an, Einrichtungen können
sich vorbereiten und viele Kinder treffen beim Schulstart bereits auf vertraute Gesichter. So
entsteht aus Netzwerkarbeit ein konkreter Vorteil für Kinder und Familien im Alltag.
Überblick über weitere Angebote des Bündnisses
- Schwimmangebote mit Vereinen: Unterstützung von Schwimm- und Wassergewöhnungsangeboten im kommunalen Freibad
- Sicher unterwegs von Anfang an: Kooperationen mit Polizei und Feuerwehr zur Vermittlung von Sicherheits- und Präventionsthemen
- Verkehrserziehung mit Praxisbezug: Ergänzende Angebote rund um sicheres Verhalten im Straßenverkehr für Kinder in Kitas und Schulen
Hintergrund
Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.
Derzeit engagieren sich rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. 320 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand: Juni 2026). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.
Pressekontakt Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“
Servicebüro
DIHK Service GmbH
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 0800 08 63 826
E-Mail: info@lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Website: https://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Kontaktdaten: Bündnis des Monats Oktober 2026
Adresse:
Bönneker Straße 2
37133 Friedland
Telefon: 05504/802-25
E-Mail: kaiser@friedland.de
Ansprechperson: Herr Thorsten Kaiser
Abteilung: Gemeinde Friedland