„WIR in Neuenhagen“

„Mensch sein stärken“ – mit diesem Motto ist das Bündnis „WIR in Neuenhagen“ erfolgreich, zusammen mit dem Internationalen Bund (IB) als Koordinationsstelle. Das Mehrgenerationenhaus „Arche“ ist der lokale Stützpunkt der vielfältigen Bündnis-Angebote. Dazu zählen der große Tag der Familie, Inklusionsangebote sowie der Bildungscampus Neuenhagen.

Das Bundesfamilienministerium zeichnet „WIR in Neuenhagen“ zum Bündnis des Monats Mai aus.

© WIR in Neuenhagen.

Lokales Bündnis als Knotenpunkt für alle Menschen in Neuenhagen

Das Lokale Bündnis „WIR in Neuenhagen“ sieht sich als Knotenpunkt, um Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedarfen miteinander zu vernetzen und ihnen Angebote zur Unterstützung zu machen. 

„Für Familien gibt es mit der Arche einen Ort in Neuenhagen, an dem viele Aktivitäten und Beratungsangebote des organisierten Ehrenamts unter einem Dach zusammenlaufen“, betont Stephen Ruebsam, Bündniskoordinator und Leiter der Arche. Zu den vielfältigen Angeboten gehören die Familienberatung, das Eltern-Kind-Zentrum, offene Seniorentreffs und Seniorenbetreuung, Kindersportgruppen, Lesekurse, Konzerte und Veranstaltungen. Jugendlichen steht das Jugendhaus „Blaupause“ zur Verfügung, Älteren das Haus der Senioren. Zusammen mit dem Büro der Freiwilligendienste in der Arche bietet das Bündnis außerdem Unterstützung bei der Berufsorientierung an.

Inklusion in der DNA des Bündnisses

Das Bündnis hat in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde den Tag der Familie ins Leben gerufen und organisiert gemeinsam mit lokalen Unternehmen den Weihnachtsmarkt Neuenhagen. Nun ist auch ein Inklusionsfest geplant, das Behinderung positiv und mit Leichtigkeit thematisieren soll: Ein „Zelt der Sinne“ zum Beispiel lässt körperliche Einschränkungen am eigenen Leib erleben, es gibt einen Hindernisparcours für Rollstuhlfahrende, und für Musik sorgt eine inklusive Band.

Die Feste nutzt das Bündnis auch, um die Angebote und Kurse in der Arche bekannt zu machen und zu bewerben. In puncto Öffentlichkeitsarbeit kann das Bündnis auf seinen starken Partner bauen, den Internationalen Bund (IB), einen bundesweit tätigen freien Trägerverein für die Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit. 

Das Bündnis bietet über den Träger außerdem einen Familienunterstützenden Dienst sowie diverse Beratungsangebote in den Bereichen Kinder mit Beeinträchtigung, Lese- und Schreibkompetenz, Pflege sowie Berufsorientierung. „Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist es auch, die verschiedenen ehrenamtlichen Angebote engagierter Menschen aus Neuenhagen zu organisieren“, sagt Stephen Ruebsam.

„Das Bündnis leistet für unsere Gemeinde einen unschätzbaren Beitrag, weil es Bildung, Familie und Wirtschaft sinnvoll miteinander verbindet. Es schafft verlässliche Strukturen, in denen junge Menschen Orientierung finden, Eltern Unterstützung erhalten und Betriebe perspektivisch Fachkräfte gewinnen können.“ 

Michaela Theurer, Regionalleitung IB Brandenburg Nordost

Beschäftigung für alle ermöglichen

Ein wichtiger Schwerpunkt des Bündnisses ist die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung oder Lerndefiziten. Dabei lautet das Motto: „So viel Selbstständigkeit wie möglich mitgeben.“ Ganz konkret hat das Bündnis zusammen mit dem IB das Projekt „Alternativen suchen für die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderung“ ins Leben gerufen, in dem aktuell zwölf Menschen mit Beeinträchtigung betreut werden. Ziel ist es, sie in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Für dieses Projekt arbeitet auch eine Beschäftigte im MitWerk (Alternative zur Werkstatt für Menschen mit Behinderung) in der Kreativwerkstatt der Arche, wo sie näht und die Veranstaltung „30 Jahre Arche“ vorbereitet. Ihre Arbeit wird durch ehrenamtlich Tätige unterstützt, die zum Netzwerk des Bündnisses gehören und dessen Angebote mitbetreuen.

„Unser Ziel in der Berufsorientierung und Berufsbildung ist es, eine Beschäftigung für alle zu ermöglichen, egal, mit welchen Voraussetzungen jemand zu uns kommt“, sagt Susanne Dünkel, Bereichsleiterin der Beruflichen Bildung beim IB. Im Berufsbildungszentrum haben junge Menschen mit Defiziten beim Lernen und im sozialen Bereich die Möglichkeit, einen Bildungs- oder Berufsabschluss zu erwerben. Das Spektrum der angebotenen Abschlüsse reicht von Büro, Handel, Lager und Verkauf bis zu Garten- und Landschaftsbau, Haushalt und Hotel, Kosmetik und Frisieren, Malen und Lackieren sowie Holz und Metallbau.

Berufsorientierung niedrigschwellig gedacht

Zugriff auf die vielen Angebote der Berufsorientierung und -bildung bietet der IB, der im Berufsbildungszentrum eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme betreibt. Darin können die Teilnehmenden im Laufe eines Jahres bis zu fünf der oben beschriebenen Bereiche kennenlernen. Begleitet werden sie dabei eng durch Fachkräfte für Ausbildung, Bildungsbegleitung, Sozialpädagogik, Stützlehrerinnen und -lehrer. Vor Ort besteht Zugang zu psychologischer und ärztlicher Betreuung. Die Maßnahme steht Menschen ohne Abschluss offen, die Defizite beim Lernen und im sozialen Bereich aufweisen. 

Am Ende steht eine IHK-zertifizierte Abschlussprüfung. Dazu Stephen Ruebsam, der auch Vorsitzender des Regionalausschusses Berliner Umland und Mitglied des Tourismusausschusses der IHK Ostbrandenburg ist: „Für viele unserer Absolventinnen und Absolventen ist das der erste Bildungsabschluss in ihrem Leben. Daher veranstalten wir eine große Abschlussfeier mit Einlaufmusik und großer Bühne. Die Jugendlichen sind dann stolz wie Bolle, genauso wie die Verwandten, die mitkommen.“

Mit dem IB-Bildungscampus und dem Büro für Freiwilligendienste ist das Lokale Bündnis auch auf verschiedenen Berufsmessen wie dem career compass in Petershagen präsent. 

Überblick über die Angebote des Bündnisses „WIR in Neuenhagen“

  • „Tag der Familie“, Maifest, Weihnachtsmarkt und Inklusionstag
  • Berufsorientierung und -vermittlung durch das Büro der Freiwilligendienste des IB und den IB-Bildungscampus Betrieb des Mehrgenerationenhauses und Veranstaltungszentrums „Arche“
  • Offene Seniorenarbeit und Kursangebote im Haus der Senioren
  • Begegnungszentrum für Menschen mit Behinderung in der „Arche“
  • Projekt „Alternativen suchen für die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderung“
  • Eltern-Kind-Zentrum im Mehrgenerationenhaus und Jugendhaus „Blaupause“
  • Koordination von ehrenamtlichen und berufseingliedernden Tätigkeiten in den verschiedenen Treffpunkten des Bündnisses

Hintergrund

Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. 

Derzeit engagieren sich rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. 320 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand April 2026). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

Kontaktdaten: Bündnis des Monats Mai 2026

Adresse: Carl-Schmäcke-Straße 33
15366 Neuenhagen bei Berlin

Telefon: +4917689914837

Ansprechperson: Herr Stephen Ruebsam