Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich das Bündnis für Familie im hessischen Lahn-Dill-Kreis für bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das von der IHK Lahn-Dill initiierte Landkreisbündnis bringt Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen und soziale Träger zusammen und entwickelt gemeinsam mit ihnen praxisnahe Angebote wie den Kindersommer, die Auszeichnung „Unternehmenswert Familie“ oder Betreuungsmodelle für Kinder. Damit leistet das Bündnis zugleich einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Lahn-Dill. Der Lahn-Dill-Kreis umfasst 23 Städte und Gemeinden. „Wir vernetzen Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen, soziale Träger und weitere Partner, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Region zu stärken“, sagt Claudia Wagner, eine der Koordinatorinnen des Bündnisses und stellvertretende Bereichsleiterin Recht/Fair Play bei der IHK Lahn-Dill.
Das Bundesfamilienministerium zeichnet das Bündnis für Familie im Lahn-Dill-Kreis zum Bündnis des Monats August aus.
„Das Bündnis für Familie stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region. Wer Familien stärkt, fördert Flexibilität, gewinnt Fachkräfte und sichert Zukunftschancen für den Lahn-Dill-Kreis.“
Dr. Felix Heusler, Präsident der IHK Lahn-Dill
Praxisnah, überschaubar, anschlussfähig
Was dafür nötig ist, beschreibt Claudia Wagner sehr klar: „Kleine und mittlere Unternehmen haben häufig andere Ressourcen und Strukturen als große Betriebe. Deshalb müssen Maßnahmen klar verständlich, überschaubar und alltagstauglich sein.“ Genau daran orientiert sich die Arbeit des Bündnisses. Statt auf theoretische Modelle zu setzen, liegt der Fokus auf Formaten, die zu den Möglichkeiten der Betriebe passen und Familien spürbar entlasten.
Angebote mit erkennbarem Nutzen
Wie das aussehen kann, zeigt der Kindersommer. Unternehmen beteiligen sich an einer gemeinsamen Ferienbetreuung und schaffen damit ein Format, das Familien in den Sommerferien unterstützt. Für die Betreuung schließen sich rund zehn Unternehmen zusammen. Die Kinder erwartet ein abwechslungsreiches Programm, an dem sich die beteiligten Unternehmen mit eigenen Angeboten beteiligen, etwa durch Fotografie-Workshops bei einem in der Region verankerten Hersteller von Kameras, Rallyes oder Einblicke in ihre Arbeitswelt. So erhalten Beschäftigte eine verlässliche Betreuung in den Sommerferien, während Unternehmen ihre Mitarbeitenden entlasten und ihre Attraktivität als Arbeitgebende stärken.
Auch die Auszeichnung „Unternehmenswert Familie“ folgt diesem Gedanken. Sie macht sichtbar, wie Familienfreundlichkeit in sehr unterschiedlichen betrieblichen Kontexten gelebt werden kann, nicht als Standardmodell, sondern als passgenaue Lösung. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die familienfreundliche Maßnahmen nicht nur auf dem Papier beschreiben, sondern im Arbeitsalltag praktisch umsetzen. Die Beispiele reichen von flexiblen Lösungen in kleinen Betrieben bis hin zu Kooperationen mit Betreuungseinrichtungen und eigenen Betreuungsangeboten.
Mehr Spielraum für Familien und Unternehmen
Hinzu kommen die AWO-Kindertagespflege-Nester. Dabei handelt es sich um eine Betreuungsmöglichkeit der AWO für Kinder im Alter von etwa einem bis drei Jahren. Anders als in der klassischen Tagespflege findet die Betreuung nicht in der Wohnung einer Tagesmutter oder eines Tagesvaters statt, sondern in eigens von der AWO angemieteten, häuslich eingerichteten Wohnungen mit kleiner Gruppengröße. Unternehmen können dort Plätze für die Kinder ihrer Beschäftigten buchen.
Dahinter steht ein Grundgedanke, den Claudia Wagner so formuliert: „Es muss ein sichtbarer Mehrwert entstehen. Unternehmen brauchen praxisnahe Angebote und einen vertrauensvollen Austausch.“ Dieser Nutzen zeigt sich dort, wo Unternehmen Informationen erhalten, gute Beispiele kennenlernen und mit Partnern aus der Verwaltung und dem Sozialbereich ins Gespräch kommen. So wird Familienfreundlichkeit nicht nur im einzelnen Betrieb greifbar. Sie wirkt auch in die Region hinein.
„Familienfreundlichkeit entscheidet über die Zukunft unserer Region. Sie sichert Fachkräfte, stärkt Unternehmen und macht den Lahn-Dill-Kreis lebenswert.“
Carsten Braun, Landrat des Lahn-Dill-Kreises
Mit einem konkreten Projekt anfangen
Für die Ansprache neuer Partner setzt das Bündnis ebenfalls auf greifbare Formate, bei denen die Partner einen klaren Mehrwert für ihre eigene Arbeit erkennen. Claudia Wagner erläutert, dass „es besonders hilfreich ist, mit einem klar umrissenen Projekt zu starten, zum Beispiel mit einer Informationsveranstaltung. Dort können Unternehmen Informationen über die Bedarfe ihrer Beschäftigten und über passende Vereinbarkeitsangebote erhalten.“ Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen ist das ein guter Zugang: ein klares Thema, ein überschaubarer Rahmen und ein erkennbares Ziel.
Tipps für Bündnisse, die neu anfangen
Auch für neue Bündnisse hat Claudia Wagner einen klaren Rat: Sie sollten mit einem überschaubaren und gut umsetzbaren Vorhaben beginnen. Hilfreich sei ein Projekt, das realistisch umsetzbar ist und gute Erfolgschancen hat. Themen wie Kinderbetreuung oder Pflege seien für Unternehmen oft besonders anschlussfähig. Wichtig sei außerdem ein kleiner Kreis von Partnern, die wirklich mitziehen. Ein erster sichtbarer Erfolg könne die Gruppe stärken und zugleich weitere Partner auf das Bündnis aufmerksam machen.
Hintergrund
Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.
Derzeit engagieren sich rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. 320 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand: Juni 2026). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.
Pressekontakt Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“
Servicebüro
DIHK Service GmbH
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 0800 08 63 826
E-Mail: info@lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Website: https://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Kontaktdaten: Bündnis des Monats August 2026
Adresse:
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E-Mail: wagner@lahndill.ihk.de
Ansprechperson: Claudia Wagner