Familienfreundlichkeit ist für viele Unternehmen längst mehr als ein zusätzlicher Bonus. Sie kann dazu beitragen, Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten. Das Bündnis für Familie Erlangen-Höchstadt unterstützt Betriebe beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Veranstaltungen, Praxisbeispielen und konkreten Impulsen. Für dieses Engagement zeichnet das Bundesfamilienministerium das Bündnis zum Bündnis des Monats September aus.
Gemeinsam stärker für Familien und Fachkräfte
Ob kleiner Gastronomiebetrieb, Mittelständler oder international bekanntes Unternehmen: Wer familienfreundliche Arbeitsbedingungen schafft, investiert in die Zukunft des eigenen Betriebs. Genau hier setzt das Bündnis für Familie Erlangen-Höchstadt an. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 bringt es Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Sozialwesen zusammen. Rund ein Viertel der Bündnispartner sind Unternehmen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dafür arbeitet das Bündnis rund um Geschäftsführerin Katja Engelbrecht-Adler eng mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, der Wirtschaftsförderung und weiteren Partnern zusammen. Ziel ist es, Unternehmen des mittelfränkischen Landkreises miteinander zu vernetzen, gute Ideen sichtbar zu machen und familienfreundliche Maßnahmen in die Praxis zu bringen.
„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist wichtig, denn bei sinnvoller Gestaltung ergeben sich sowohl Vorteile für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Seit Jahren arbeitet deshalb die IHK Nürnberg für Mittelfranken aktiv im Bündnis für Familie Erlangen-Höchstadt mit. Gemeinsam bieten wir den Unternehmen immer wieder Gelegenheit, praxisnahe Lösungen zu entdecken und in den gemeinsamen Austausch zu gehen. Eine Kooperation, die hervorragend funktioniert.“
Knut Harmsen, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Erlangen,
Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken
Gute Beispiele statt theoretischer Konzepte
Um die 20 Unternehmen engagieren sich bereits im Bündnisnetzwerk. „Vereinbarkeitslösungen sehen sehr unterschiedlich aus: Was in einem großen Industrieunternehmen funktioniert, passt nicht unbedingt in einen mittelständischen Familienbetrieb, und in Verwaltungen sieht es wieder ganz anders aus. Aber es gibt Erfahrungen und viele gute Beispiele aus der Praxis, die im Austausch insbesondere auch kleineren Unternehmen der Region Orientierung für die Umsetzung geben können“, berichtet Katja Engelbrecht-Adler.
Genau diesen Austausch fördert das Bündnis mit Fachveranstaltungen und digitalen Formaten, auch in Zusammenarbeit mit dem Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Immer stehen dabei aktuelle Themen im Mittelpunkt: Fachkräftebindung, väterfreundliche Unternehmenskultur, Führung in Teilzeit. Unternehmen berichten, welche Maßnahmen sich bei ihnen bewährt haben. Der Austausch im Bündnisnetzwerk hilft auch kleinen und mittleren Betrieben, die häufig nicht über die personellen Ressourcen verfügen, um neue familienfreundliche Maßnahmen eigenständig zu entwickeln.
Verleihung des Goldenen Kinderwagens
Um Unternehmen, die familienfreundliche Maßnahmen umsetzen, sichtbar zu machen, nutzt das Bündnis die Auszeichnung „Goldener Kinderwagen“. Anders als bei einem klassischen Wettbewerb gibt es kein Bewerbungsverfahren. Vielmehr erhält das Bündnis Hinweise aus seinem Netzwerk, beispielsweise von der Wirtschaftsförderung oder der IHK zu Unternehmen, die in diesem Bereich engagiert sind und nimmt Kontakt auf.
Die öffentliche Verleihung dieser Auszeichnung durch Landrat Alexander Tritthart verschafft den Unternehmen besondere Aufmerksamkeit und zeigt, dass familienfreundliche Personalpolitik auch in kleinen und mittleren Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden kann. „Wir sehen immer wieder: Dort, wo die Führungskräfte hinter dem Thema stehen und Vereinbarkeit aktiv vorleben, entstehen die nachhaltigsten familienfreundlichen Lösungen“, berichtet die Geschäftsführerin des Bündnisses.
Netzwerk schafft Lösungen
„Wir wollen zeigen, was in den Betrieben unseres Landkreises möglich ist“, sagt Katja Engelbrecht-Adler. Unternehmen lernen voneinander, teilen ihre Erfahrungen und entwickeln gemeinsam Lösungen für eine familienfreundliche Arbeitswelt. Gerade angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und veränderten Lebensrealitäten gewinnt dieser Austausch an Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen gehört deshalb zum Kern der Bündnisarbeit in Erlangen-Höchstadt.
Bündnisarbeit im Landkreis
Ob Unternehmen, Verwaltung oder soziale Einrichtung: Das Bündnis bringt mit großem Engagement die richtigen Partner an einen Tisch. Die Arbeit in einem Landkreis, wo viele Akteurinnen und Akteure ortsübergreifend zusammenarbeiten, erfordert Vernetzung, Wissenstransfer und die Möglichkeit, Angebote über kommunale Grenzen hinweg zu koordinieren. Als Impulsgeber für familienpolitische Themen schafft das Bündnis Räume für Austausch und gemeinsame Projekte. Genau hier setzt das Bündnis für Familie Erlangen-Höchstadt an und schafft damit einen Mehrwert für Familien, Bündnispartner und die gesamte Region.
Überblick über weitere Angebote des Bündnisses
- Wake Up! – Vereinbarkeits-Frühstück für Arbeitgeber: Austauschformat für Unternehmen mit Fachimpulsen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Infotag „1-2-3 Familie!“: Informationsveranstaltung mit Fachstellen, Beratungsangeboten und Vorträgen für junge und werdende Eltern
- Projekte zu gesundem Aufwachsen und Familienfreundlichkeit, z. B. Spielplatzgestaltung oder Projekt „Zu Fuß zur Schule“
- Zukunft.Kita – Fachkräfte finden und binden: Fachveranstaltung für Leitungen und Träger von Kindertagesstätten im Landkreis
Hintergrund
Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.
Derzeit engagieren sich rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. 320 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand: Juni 2026). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.
Pressekontakt Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“
Servicebüro
DIHK Service GmbH
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 0800 08 63 826
E-Mail: info@lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Website: https://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Kontaktdaten: Bündnis des Monats September 2026
Adresse:
Nägelsbachstr 1
91052 Erlangen
Telefon: +49 91318031492
E-Mail: katja.engelbrecht-adler@erlangen-hoechstadt.de
Website: http://www.buendnis-fuer-familie.de
Ansprechperson: Frau Katja Engelbrecht-Adler
Tätigkeit: Landratsamt Erlangen-Höchstadt, Familienbeauftragte