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Bündnis stärkt Gemeinschaft auch in Krisenzeiten

Unterfränkisches Bündnis hilft Geflüchteten schnell und effektiv. Dabei bewährt sich seit Jahren die enge Kooperation von Haupt- und Ehrenamt.

Das Bündnis „Goldbacher Familien“ ist eine unbürokratische Kooperationsgemeinschaft von Kommune (inkl. Mehrgenerationenhaus (MGH)), Kirche, Kinderbetreuungseinrichtungen, Vereinen, Unternehmen und Einzelpersonen. Das Ziel des Bündnisses ist es, die Sozialstruktur vor Ort zu stärken. Dazu werden zahlreiche generationenübergreifende Aktivitäten und Angebote für Familien kreiert, zum einen als langfristige Einrichtung, zum anderen spontan und bedarfsorientiert. Für diesen Einsatz zeichnet das Bundesfamilienministerium die „Goldbacher Familien“ als Bündnis des Monats September aus.

„Als Goldbacherin weiß ich aus erster Hand, wie viel positive Arbeit für unsere Gemeinde und Menschen in Not die ‚Goldbacher Familien‘ leisten. Dieses Netzwerk bildet einen unschätzbar wertvollen sozialen Kitt, der unsere Gemeinschaft auch in Krisenzeiten zusammenhält. Diese Auszeichnung freut mich sehr und ich gratuliere allen Beteiligten von Herzen.“ (Andrea Lindholz, Mitglied des Deutschen Bundestages)

Begleitung und Unterstützung geflüchteter Familien

In der Gemeinde Goldbach gibt es bereits seit mehreren Jahren eine Gemeinschaftsunterkunft und ein Übergangswohnheim der Regierung von Unterfranken für ca. 55 Asylsuchende und 35 Kontingentflüchtlinge sowie verschiedene private Unterkünfte für rund 90 ukrainische Schutzsuchende. Bereits wenige Tage nach Ankunft der ersten ukrainischen Familien organisierten die Kommune, die ehrenamtliche Asylbeauftragte Ulrike Metzner und der Sozialverein „Hilfreich in Goldbach“ für diese kurzfristig ein Willkommensfrühstück im MGH. Hier gab es Informationen über relevante Gesetze und die örtlichen Gegebenheiten (z. B. Öffnungszeiten der Behörden), die in einem mithilfe des Bündnisses gestalteten Willkommensordner für die Familien zusammengefasst wurden. Spontanität und Flexibilität der Kommune und aller handelnden Personen waren dabei ausschlaggebend.

Ein Team von zahlreichen Ehrenamtlichen aus Partnern des Bündnisses, wie z. B. dem Sozialverein, organisieren weitere zielgerichtete Angebote:

  • Sprachtreffs,
  • eine Kinderspielgruppe,
  • Unterstützung bei ärztlichen oder behördlichen Angelegenheiten,
  • ehrenamtlich Dolmetschende und
  • eine WhatsApp-Gruppe.

Über eine Hilfsgüterbörse organisiert das Bündnis Sachspenden und Möbel für geflüchtete Familien. Teilweise werden die Sachen von Ehrenamtlichen aus dem Bündnis an ihren Bestimmungsort transportiert und montiert. Im Frühjahr sammelten Akteurinnen und Akteure für zwei Hilfsgütertransporte in die Ukraine Hygieneartikel, Verbandsmaterial und Medikamente.

Zwei Mal wöchentlich bearbeiten Bündnismitglieder in einer Sprechstunde beispielsweise Fragen zu Gesundheitsthemen und Behördenschreiben für Geflüchtete und auch deren Vermieterinnen und Vermieter. Dafür werden Räume im Goldbacher Mehrgenerationenhaus genutzt.

„In der Zukunft wollen wir verstärkt darauf setzen, dass integrierte Migrantinnen und Migranten uns helfen, wenn Geflüchtete neu in der Gemeinde sind und Hilfe brauchen“, erläutert die Bündniskoordinatorin Johanna Krimm.

Besonders familienfreundliche Kommunalpolitik

Die Kommune Goldbach ist im Bündnis mit mehreren hauptamtlichen Beschäftigten aktiv vertreten. Ein Ergebnis dieser wirksamen Zusammenarbeit ist der jährliche Goldbacher Familientag, der seit 2005 stattfindet. „Auf dem Goldbacher Familientag werden jedes Jahr wieder aufs Neue alle Generationen zusammengebracht. Dieses Jahr haben wir besonderen Wert auf die Integration Geflüchteter in die Veranstaltung gelegt“, sagt Bürgermeisterin Sandra Rußmann. Dass das Bündnis für die Kommune eine große Bedeutung hat, begründet sie damit, dass die Arbeit der Ehrenamtlichen eine große Hilfe für die Hauptamtlichen darstellt und diese dadurch effektiver arbeiten können: „Die Verzahnung von Hauptamt und Ehrenamt bewährt sich in Goldbach seit Jahren.“

„Durch den hohen Vernetzungsgrad bei uns sind die Kommunikationswege kurz und die Hilfe dirket, z. B. gibt es einen monatlichen Jour fixe mit der Sozialkoordinatorin, einer Vertretung des Vereins ‚Hilfreich in Goldbach‘ und der Quartiersmanagerin im MGH“, stimmt Johanna Krimm zu. Auch die regelmäßige Teilnahme der Bürgermeisterin an den Sitzungen des Sozialverein-Leitungsteams zeige den großen Einsatz der Kommune.

Angebote für (fast) alle Probleme

Der noch junge Verein „Hilfreich in Goldbach“ entwickelt sich immer mehr zu einem wichtigen Teil des Bündnisses und vernetzt oder organisiert selbst verschiedene Angebote für alle Hilfesuchenden – für Jung und Alt, Einheimische und Zugereiste – unabhängig von Alter, Herkunft oder Geschlecht.

„Die Idee ‚Hauptamt stärkt Ehrenamt und Ehrenamt stärkt Hauptamt‘ war schon als Bürgermeister meine gelebte Leitlinie“, sagt der Initiator des Bündnisses, Thomas Krimm, „mit diesem Gedanken gründeten wir im Jahr 2021 auch den Sozialverein.“ Dieser ist sowohl allgemeine zentrale Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger als auch Lotse durch die Sozialstruktur. Die Vereinsmitglieder initiieren zudem verschiedene Aktivitäten und Hilfsdienste, z. B.:

für Familien, Kinder und Jugendliche

  • die Vermittlung von Babysittern,
  • von „Leihomas“ und „Leihopas“ sowie
  • von Lesepaten und Lerncoaches bzw. Hausaufgabenhilfe;

für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderung

  • einen Fahrdienst, z. B. zur Arztpraxis, Behörde oder Kirche oder zum Einkaufen,
  • kleine, kurzfristige handwerkliche Arbeiten bzw. Haushaltsunterstützung,
  • Hilfen bei Technik, Computer, Handy oder EDV,
  • Besuche, um Gesellschaft zu leisten und sich zu unterhalten, zu spielen oder vorzulesen,
  • telefonische Kontakte,
  • die Begleitung bei Spaziergängen, auch für Menschen im Rollstuhl,
  • Kranken(haus)besuche,
  • die Unterstützung bei Fragen, etwa zur Wohnraumanpassung und zu Pflegeleistungen.

Im Mehrgenerationenhaus „LebensWert“ finden Kurse für alle Altersgruppen statt, vom Handykurs für Seniorinnen und Senioren bis zur Krabbelgruppe, von Schwangerenkursen bis zu Deutschkursen, die unter anderem von Bündnismitgliedern  angeboten werden.

„Künftig möchten wir mit Unterstützung der Kommune das vielfältige soziale Engagement im MGH durch ein gemeinsames digitales Angebot zentralisieren. Hier treiben wir momentan die Erweiterung der Infrastruktur und den Aufbau der digitalen Ausstattung in Form eines gemeinsamen Servers für das MGH und ‚Hilfreich in Goldbach e. V.‘ voran“, berichtet Johanna Krimm.

Hier die Pressemitteilung zum Bündnis des Monats herunterladen.

Pressekontakt Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“

Servicebüro
DIHK Service GmbH
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 0800 08 63 826
E-Mail: info‎@lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Website: https://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de

Pressekontakt Bündnis

Lokales Bündnis für Familie „Goldbacher Familien“
Ansprechperson: Johanna Krimm
Telefon: 06021 570200
E-Mail: info@goldbacher-familie.de
Homepage: https://bit.ly/3JzkbQP

Hintergrund

Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.
Derzeit engagieren sich rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. Rund 520 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand März 2022). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

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