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Gemeinsam handeln für mehr Teilhabe und gegen Armut

Marburg, 1. November 2021 – Marburger Bündnis für Familie als „Bündnis des Monats November“ ausgezeichnet.

Quelle: Marburger Bündnis für Familie

Diesmal geht die Prämierung „Bündnis des Monats“ an das Marburger Bündnis für Familie. Das Bündnis setzt sich mit einer von insgesamt drei Projektgruppen, der Projektgruppe „Familie und Armut“, für die Verbesserung der Lebenssituation von Familien ein, die von Armut betroffen sind. Ein Thema, das auch die Bundesinitiative mit ihrem aktuellen Schwerpunktthema „Leistungen und Angebote für Familien mit kleinem Einkommen“ verfolgt.

„Nicht jeder wächst in Deutschland mit gleichen Chancen auf, es gibt nicht für alle den gleichen Handlungsspielraum, denn wenn die Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, ist es umso schwerer, Kindern den Zugang zu zusätzlichen Angeboten zu eröffnen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Gerade deswegen bin ich sehr froh, dass unser Bündnis einen Teil dazu leistet, Familien in schwierigen Lebenssituationen zu entlasten.“

Armut wird häufig mit Einkommensarmut gleichgestellt. Oft ist darüber hinaus aber auch der zentrale Zugang zu gesellschaftlichen Bereichen wie Bildung, Arbeit und Wohnen erschwert. „Daher ist es so wichtig, Maßnahmen und Angebote zu schaffen, um Teilhabe zu ermöglichen“, erläutert Sozialplanerin Monique Meier von der Stadt Marburg und der Geschäftsstelle der Projektgruppe „Familie und Armut“. 

Die Projektgruppe beschäftigt sich mit Fragestellungen von der Kinder- bis zur Altersarmut. Sie entwickelt gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern – Institutionen, Trägern, Vereinen und Privatpersonen – Projekte, um aktuelle Bedarfe aufzugreifen, auf

Themen aufmerksam zu machen und die zahlreichen Unterstützungsangebote und Projekte der mitwirkenden Institutionen/Träger bekannter zu machen. „Ich leite die Projektgruppe ‚Familie und Armut‘ des Bündnisses für Familie, weil nur ein gemeinsames Handeln in Kooperation mit vielen Netzwerkpartnern sinnvoll und wirksam ist“, so Meier.


Leistungsangebote müssen bekannt sein

Ein aktuelles Kooperationsprojekt ist die Übersicht Familienleistungen auf einen Blick – Übersicht der Familienkasse (Stadt Marburg 2021) in Zusammenarbeit mit der Familienkasse Hessen bzw. dem Netzwerk für Familienleistungen – zu finden auf der Website des Familien-Bündnisses. Oft bestehe das Problem, dass Informationen über Leistungsangebote und Unterstützungsmaßnahmen fehlten. „Wir streben daher größtmögliche Transparenz an – mit Broschüren, Flyern und Informationen im Internet“, erklärt Meier.

Im Rahmen der Projektgruppenarbeit wurden bereits vielfältige Veranstaltungen durchgeführt. Hierzu gehören u. a. der Kurs „Mehr Einkommen, besser auskommen“, das Begleitprogramm zu der Ausstellung „Auf Augenhöhe – Gesichter der Armut“, jährliche Aktionen zum Tag für die Beseitigung der Armut und die Aktion „Ernährung am Existenzminimum" von 2019. Die Projektgruppe des Familienbündnisses richtet jährlich eine Veranstaltung aus.

„Gemeinsam handeln gegen Armut“ – Aktionstag zum Thema Armut

Eigentlich hätte 2020 die „Erste Marburger Armutskonferenz“ stattfinden sollen. Sie musste wegen der Coronakrise verschoben werden. Um das Thema dennoch in die Öffentlichkeit zu bringen, veranstaltete das Marburger Bündnis für Familie im Rahmen der Projektgruppe „Familie und Armut“ einen Aktionstag an unterschiedlichsten Orten der Stadt. Unter anderem war vor dem Erwin-Piscator-Haus (EPH) ein Tisch gedeckt, der die unterschiedlichen Facetten von Armut sichtbar machte. Die „Kulturloge“ hatte eine „Armutspyramide“ aufgebaut, die die Auswirkungen des Themas veranschaulichte. Die Referentinnen der Citypastoral Marburg informierten über die Solidaritätsaktion „Elisabethtaler“ – ein Gutschein für Bedürftige, der in 26 Cafés und Bäckereien in der Stadt als Zahlungsmittel galt. Das Kreisjobcenter Marburg-Biedenkopf machte auf das „Bildungs- und Teilhabepaket“ aufmerksam. Vor dem Oberstadtaufzug zeigte der Kinderschutzbund eine Bilderausstellung zum Thema Kinderarmut. Der Arbeitskreis soziale Brennpunkte (AKSB) bot Bewohnern des Stadtteils an, Sprechblasen mit Aussagen zu ihrer Lebensrealität in Bezug auf Armut zu gestalten. Im Rahmen des Aktionstags entstand auch eine Collage mit Zitaten aller Mitglieder der Projektgruppe „Familie und Armut“. Hier galt es den Satz zu vervollständigen: „Ich arbeite in der Projektgruppe ‚Familie und Armut‘ des Bündnisses für Familie mit, weil ...“

„… es mir und meinen Kollegen wichtig ist, die Sorgen und Bedürfnisse von langzeitarbeitslosen Eltern und ihren Kindern immer wieder in den Fokus zu rücken und ihnen in der Öffentlichkeit eine starke Stimme zu geben“, schrieb Judith Rudolf-Kohlhauer von der Praxis GmbH. Gudrun Siebke-Richter vom Kinderschutzbund Marburg-Biedenkopf e. V. notierte: „… weil kein Kind den Anschluss verlieren darf, auch nicht in Coronazeiten …“

Die Armutskonferenz 2021 kommt!

Am 9. November 2021 findet die Marburger Armutskonferenz statt, per Livestream und dezentralen Aktionen zum Thema Armut – ebenfalls ein Kooperationsprojekt. Neben zwei Impulsvorträgen, u. a. vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, werden sich Peter Schmidt, Fachbereichsleiter für „Soziales und Wohnen“, und Stefanie Lambrecht, Fachbereichsleiterin für „Kinder, Jugend, Familie“, mit Vertretern des Netzwerks „Familie und Armut“ zum Thema „Strategien zur Armutsbekämpfung“ austauschen. Ziel ist es, Handlungsbedarfe zu benennen und Impulse für Entwicklungen zu geben. Die Armutskonferenz kann von 15 bis 19 Uhr online via Livestream verfolgt oder später auch als Aufzeichnung angeschaut werden. Der Veranstaltungsflyer mit der Programmübersicht und weiteren Details ist online hier verfügbar: https://www.marburg.de/familie_und_armut.

Pressekontakt Bündnis

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Pressekontakt Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“

Servicebüro „Lokale Bündnisse für Familie“
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Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 0800 08 63 826
E-Mail: info‎@lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Website: https://www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de

 

Hintergrund
Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Ein Lokales Bündnis für Familie ist der Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen sowie Akteurinnen und Akteure eines Orts oder einer Region mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien vor Ort durch konkrete Projekte zu verbessern und somit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.

Derzeit engagieren sich bundesweit rund 19.000 Akteurinnen und Akteure, darunter circa 7.900 Unternehmen, in etwa 8.000 Projekten. Rund 600 Lokale Bündnisse sind in der Initiative aktiv (Stand November 2018). Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

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