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Nürnberg: Schulferienangebote in Kooperation

Bündnis für Familie Nürnberg als "Bündnis des Monats Oktober" ausgezeichnet.

Kinder in der Kinderbetreuung, Quelle: Lokales Bündnis für Familie Nürnberg

Kinder in der Kinderbetreuung, Quelle: Lokales Bündnis für Familie Nürnberg

Das Bündnis für Familie Nürnberg wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen. "Das war ein sozialpolitischer Glücksfall, dass man sich parteiübergreifend einig war, die Stadtgesellschaft in Nürnberg für alle Generationen familienfreundlicher gestalten zu wollen – und das gemeinsam mit Stadtrat, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden, Kindereinrichtungen und Schulen", so Doris Reinecke, Geschäftsführerin des Lokalen Bündnisses für Familie. Das Bündnis nahm im Jahr 2001 seine Arbeit offiziell auf und war Vorläufer von den heute rund 600 Lokalen Bündnissen für Familie in Deutschland. Auf Bundesebene getragen wurde das Bündnis von der damaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt. "Das Bündnis für Familie hat in Nürnberg seit fast 20 Jahren einen festen und zentralen Platz, wenn es um die Belange von Familien und das Fördern eines familienfreundlichen Stadtklimas geht. Das große und stabile Netzwerk von verschiedenen Partnern ist das starke Pfund des Bündnisses, das beständig wichtige Themen vorantreibt und die Rolle von Familie in der Stadtgesellschaft nachhaltig stärkt", so Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg. 

Gute Kinderbetreuung ist eine "Herkulesaufgabe"

Das Bündnis verfolgt das Ziel, die Stadt familienfreundlicher zu machen. Das bedeutet auch, dafür zu sorgen, dass bei der Gestaltung aller gesellschaftlichen Bereiche jede Generation berücksichtigt wird. "Besonders wichtig ist uns das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu gehört unbedingt eine Kinderbetreuung, die nicht nur alle Kinder erreicht, sondern auch qualitativ hochwertig ist. Dies ist eine echte 'Herkulesaufgabe', die uns noch lange begleiten wird", so Reinecke. Die Stadt Nürnberg wächst und legt großen Wert darauf, den Ausbau von Kindertagesplätzen voranzutreiben.

Ferienbetreuung für Schulkinder in Kooperationen

In Nürnberg wurde vor vielen Jahren ein großes Defizit an Ferienbetreuungsmöglichkeiten festgestellt. Es fehlte nicht an kreativen Tagesangeboten in den Schulferien, sondern an verlässlichen und qualitativ guten Angeboten, die ganzwöchig stattfanden. 

Der "Runde Tisch Ferienbetreuung"
Das Familienbündnis hat daher einen "Runden Tisch Ferienbetreuung" eingerichtet, für den das Jugendamt die Trägerschaft übernommen hat. Anbieter von Ferienbetreuung wie Verbände, die Evangelische Jugend und kommerzielle Anbieter, beispielsweise die Kinderhaus Nürnberg gGmbH, tauschen sich hier über geplante Angebote und Erfahrungen aus. So profitieren sie voneinander und erstellen jedes Jahr aufs Neue ein abwechslungsreiches Angebot für Schulkinder. "Das Jugendamt bietet hierzu im Internet ein übersichtliches Portal mit allen Angeboten. Eltern können sich dort informieren und auch direkt anmelden", so Doris Reinecke. 

Kooperation Mitarbeiterkinder (KooMiki)
Das Ziel vom KooMiki-Projekt ist es, Eltern bei der nicht ganz leichten Aufgabe zu unterstützen, mehrere Wochen Sommerferien zu überbrücken. Für das Projekt haben sich zehn Nürnberger Unternehmen zusammengeschlossen. Kennengelernt haben sie sich im Unternehmensnetzwerk "Initiative Familienbewusste Personalpolitik" des Bündnisses. Gemeinsam bieten die Unternehmen seit nunmehr 12 Jahren, vorranging für Kinder der Mitarbeitenden, Ferienbetreuung an und erreichen mit ihren Angeboten jährlich ca. 400 bis 500 Kinder. Die Kinder können eines von vier Camps, je nach Altersstufe, besuchen. Neben allgemeiner Betreuung liegt der Fokus auf Sport, Musik und Sprache. Jedes Jahr übernimmt ein anderes Unternehmen die Federführung. Das Jugendamt spielt dabei eine beratende Rolle, insbesondere zu den rechtlichen Rahmenbedingungen. "Das ist der Part, den das Bündnis vermittelt hat", berichtet Doris Reinecke. Über die Kooperation des Bündnisses für Familie mit dem Jugendamt konnten gute Lösungen gefunden werden, wie zum Beispiel die Nutzung städtischer Schulen oder Sporthallen. "Ein bestimmter Prozentsatz der Betreuungsplätze wird auch an Kinder aus sozial benachteiligten Haushalten vergeben, das freut uns sehr", so Doris Reinecke. "Wir sind sehr stolz darauf, dass das so gut funktioniert und es KooMiki nun schon so lange gibt", sagt die Bündniskoordinatorin. 

Digitale Wege bei der Planung der Ferienbetreuung 
Um sich trotz der Kontaktbeschränkungen auch dieses Jahr zu den Ferienangeboten abzustimmen, wurde auf Initiative von Schwan-Stabilo, einem Unternehmen in der Region, im Mai 2020 erstmalig eine Videokonferenz zur Planung der Ferienbetreuung veranstaltet. Doris Reinecke: "Das war für uns eine der ersten Videokonferenzen, in der sich Unternehmen und Anbieter von Ferienbetreuung mit einem Experten des Jugendamtes austauschen konnten. Vor allem Unternehmen standen vor der Frage, ob während der Corona-Pandemie Ferienbetreuung überhaupt möglich war und wie die rechtliche Situation aussah. Das hat uns dazu ermutigt, im Dezember dieses Jahres eine weitere digitale Konferenz abzuhalten. Dieses Mal noch etwas breiter und etwas professioneller aufgestellt", sagt Doris Reinecke. 

Tipps für andere Bündnisse

Gute Erfahrungen hat das Bündnis für Familie Nürnberg mit einem ansprechenden Bündnis-Motto gemacht: Familie ist, wo Kinder sind - Kinder sind wir alle! Das Fazit aus der langjährigen Bündnisarbeit ist, stets offen zu bleiben, in alle Richtungen zu denken und ein starkes Netzwerk aus vielen Partnerinnen und Partnern aufzubauen – auch mit anderen Lokalen Bündnissen für Familie und mit Kolleginnen und Kollegen in anderen Städten und Landkreisen. 

Hier die Pressemitteilung zum Bündnis des Monats herunterladen.

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